Anregende Vorträge in der Reihe des BuntStift e.V.
Kinder- und Jugendakademie der Stadt Sindelfingen
„Halt dich fern von Leuten, die deine Ambitionen kleinreden …“ mit diesem Zitat von Mark Twain eröffnete Hans Hatzl den Abend und fuhr fort: „Orientiere dich lieber an denen, die dich fördern, zum Beispiel an zwei beeindruckenden Stiftlern*: Marina Ilic, aktuelle Schülerin des Stiftsgymnasiums, und Julian Siebert, ehemaliger Schüler und heutiger Kursleiter bei der Hector-Kinderakademie Sindelfingen. Beide zeigten auf unterschiedliche Weise, wie Bildungsförderung wirkt und junge Menschen ihre Potentiale entfalten können.
Marina Ilic berichtete von ihren sehr positiven Erfahrungen mit dem Förderprogramm „Talent im Land“. Das Stipendium richtet sich an begabte Schülerinnen und Schüler, deren Lebensverhältnisse eine erfolgreiche Schulkarriere erschweren, und setzt sich für faire Bildungschancen ein. Neben einer monatlichen Förderung von 200 Euro betonte Marina vor allem die ideelle Unterstützung, die enge Vernetzung mit anderen Stipendiat*innen und die spannenden Exkursionen – etwa zum Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.
Im Anschluss gewährte Julian Siebert in seinem Vortrag „Talente entdecken, Begabungen fördern“ einen fesselnden Einblick in seine Arbeit für die Hector-Kinderakademie Sindelfingen und ermutigte die Anwesenden zur Eigeninitiative. Der Informatik-Masterstudent blickt auf eine bemerkenswerte Bilanz zurück: Seit zehn Jahren leitet er Roboterkurse für begabte Viertklässler*innen.
Der Vortrag überzeugte durch seine klare Struktur, die ansprechende Visualisierung und nicht zuletzt durch Sieberts reflektierende und authentische Art. Das Publikum erlebte, wie aus einem ehemaligen 10-jährigen Teilnehmer der Roboter-AG des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm – die Mannschaft wurde sogar Weltmeister beim RoboCup Junior – ein engagierter Kursleiter wurde, der heute selbst junge Talente fördert.
Besonders anrührend war der Moment, als eine anwesende Mutter von den nachhaltigen Wirkungen eines Kurses auf ihren Sohn berichtete: Nicht nur sein technisches Verständnis, sondern vor allem sein Selbstvertrauen und seine Teamfähigkeit seien spürbar gewachsen. Siebert betonte, dass es in seinen Kursen nicht nur um das Bauen und Programmieren von Robotern gehe, sondern auch um kritisches Denken, Abstraktionsfähigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit Technik .
Zum Abschluss richtete Julian Siebert einen direkten Appell an die anwesenden Schüler*innen der Schüleringenieurakademie (SIA): „Traut euch, nicht nur Teilnehmer zu sein, sondern werdet selbst aktiv.“ Eine Aufforderung, die den Geist der Talentförderung lebendig hält und zeigte: Aus Teilnehmern von heute können die Kursleiter von morgen werden – so haben sich zwei SIA-Schüler sofort nach dem Vortrag mit Interesse an einer Kursleitung gemeldet.


Bild: Julian Siebert, generiert mit Gemini 2.5 Pro